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HypCity Experten: mittelfristige Lage
Mittelfristige Lageeinschätzung
Die Wirtschaft dies- und jenseits des Atlantiks befindet sich noch immer – wenn auch inzwischen etwas optimistischer – in schwierigem Fahrwasser. Wie wird sich dies weiter auf das Zinsniveau auswirken?
Seit den geldpolitischen Maßnahmen der großen Notenbanken zur Abwehr der Banken-, Kredit- und Wirtschaftskrise sehen wir ein deutlich nachgebendes Zinsniveau. Hiervon profitierten in der Folge auch die Baufinanzierungskonditionen.
Die EZB hält ihren wichtigsten Leitzins bei historisch niedrigen 1,0% und interveniert genauso wie Fed und BoE direkt an den Bondsmärkten. Das ist bemerkenswert und zeigt, wie tief zumindest die westlichen Volkswirtschaften in der Krise stecken. Auch wenn die Aktienmärkte das Ende der Krise bereits vorwegnehmen, dürfte der Weg bis dahin eher holprig sein – mit beachtlichen Chancen für Baufinanzierende.
Bereits seit März 2009 beobachten wir feste Aktienmärkte, die sich – und das ist sehr ungewöhnlich – nicht in den Umlaufrenditen widerspiegeln. In der Regel ziehen feste Aktienmärkte Kapital von den Rentenmärkten ab und treiben so die Umlaufrenditen an. Dass dieser Effekt bislang ausblieb, liegt zum einen an der sehr hohen Liquidität, die die Maßnahmen der Notenbanken in die Märkte gespült haben, zum anderen wohl auch an den direkten Interventionen den Notenbanken an den Rentenmärkten selbst.
Die Mutmaßung, dass dies so bleiben könnte und wir "japanische Verhältnisse" sehen werden, dürfte sich als blauäugig entpuppen. Langfristig wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein steigendes Zinsniveau einstellen. Warum? Die Notenbanken werden ihre Interventionen an den Kapitalmärkten irgendwann einstellen (bereits jetzt werden öffentlich Exit-Strategien diskutiert), gleichzeitig muss die stark gestiegene Verschuldung der westlichen Volkswirtschaften an eben diesen Kapitalmärkten refinanziert werden. Genau dieser Mix wird wohl letztlich zinstreibend wirken.
Wir lehnen uns hier einmal aus dem Fenster: 2011/2012 könnten wir Umlaufrenditen sehen, die seit Ende der 1980-er Jahre als Geschichte galten.
Bis dahin sollten wir an den Anleihemärkten "Ruhe vor dem Sturm" beobachten können. Erste Leitzinsschritte der Federal Reserve und der EZB erwartet das Gros der Experten frühestens für Mitte 2010, bei wirtschaftlichen Rückschlägen – die nicht zuletzt aufgrund des Zündstoffs, der in den Bilanzen der großen Banken schlummert, durchaus wahrscheinlich sind – erst später. Bis dahin ist nicht von einer fundamentalen Zinswende auszugehen. Just dieses Momentum sollten Baufinanzierende in aller Ruhe nutzen, um sich das derzeitige hochattraktive Zinsniveau langfristig zu sichern.


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Experten-Kurzeinschätzung
Juni'09 = 4,47%Juli'09 = 4,43%Aug'09 = 4,36%Sep'09 = 4,25%Okt'09 = 4,18%Nov'09 = 4,18%Dez'09 = 4,09%Jan'10 = 4,10%Feb'10 = 4,02%
3,96%
(–0,03)
JJASONDJ
Juni'09–Feb'10
steigend
(steigend)

*) Beim Durchschnittswert handelt es sich um den aktuellen allgemeinen Durchschnittswert (effektiv) für Annuitätendarlehen. Vergleichen Sie hierzu bitte unsere wochenaktuelle Gesamtübersicht.
"Die letzten 9 Monate" zeigen die Entwicklung dieses Durchschnittswerts (10 Jahre eff.) über die letzten 9 Monate hinweg. Vergleichen Sie hierzu bitte unsere Statistiken.
Die Werte in Klammern zeigen die Veränderung zur Vorwoche bzw. die Einschätzungen aus der Vorwoche.

Von Dipl.-Kfm. Christine Grohn
Veröffentlichung / letzte Aktualisierung: 2. Januar 2009 /  28. Dezember 2009
Bedarfsweise Aktualiserung. Alle Angaben und Experteneinschätzungen ohne Gewähr!
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